15.04.2026

Indikative Kosten-Nutzen-Untersuchung zur Pfalztram

Planung

Warum sie wichtig ist – und was sie ergeben hat

Bevor ein großes Verkehrsprojekt wie die Pfalztram weiter geplant wird, muss eine zentrale Frage beantwortet werden: Lohnt sich das Projekt für die Region und für die Menschen, die dort leben? Genau darum geht es bei der sogenannten Indikativen Nutzen-Kosten‑Untersuchung (NKU).

Die Indikative Nutzen-Kosten‑Untersuchung ist eine Vorstufe der formellen Standardisierten Bewertung - ein bundesweit einheitliches Prüfverfahren, das für alle größeren Verkehrsprojekte im öffentlichen Personennahverkehr gilt – egal ob in Großstädten oder im ländlichen Raum. Die Standardisierte Bewertung sorgt dafür, dass Projekte fair, vergleichbar und transparent gegenübergestellt werden. Außerdem ist sie eine wichtige Voraussetzung für mögliche Fördermittel von Bund und Land. 

Die Indikative Nutzen-Kosten-Untersuchung legt hierfür die Grundlage. Sie ermittelt nach den Vorgaben des Standardisierten Bewertungsverfahrens, jedoch unter vereinfachten Annahmen, ob es sich lohnt, die Planung für die Pfalztram anzugehen.  Im Kern wird geprüft:

  • Was kostet das Projekt? (Bau, Betrieb, Unterhalt – auf Basis fundierter Schätzungen)
  • Was bringt es den Menschen und der Gesellschaft? Zum Beispiel bessere Erreichbarkeit, Zeitersparnis im Alltag, weniger Verkehr, weniger Unfälle und geringere CO₂‑Emissionen.

Das Ergebnis wird in einer Kennzahl zusammengefasst: dem Nutzen‑Kosten‑Quotienten.
Liegt dieser über 1, überwiegt der Nutzen die Kosten – dann gilt ein Projekt grundsätzlich als sinnvoll.

Die Untersuchung wurde bewusst früh im Planungsprozess durchgeführt. Ziel war es nicht, bereits jedes Detail festzulegen, sondern eine erste, belastbare Einschätzung zu bekommen: Ist die Pfalztram grundsätzlich sinnvoll für die Region? Würde sie von vielen Menschen genutzt? Verbessert sie die Mobilität im Alltag spürbar? Rechtfertigt der erwartete Nutzen eine vertiefte Planung? Wichtig dabei: Diese Untersuchung ist noch keine endgültige Entscheidung für den Bau oder die Trasse. Sie ist eine Vorauswahl, um zu klären, ob es sich lohnt, den nächsten Planungsschritt zu gehen.

Die Untersuchung wurde von externen, unabhängigen Fachbüros nach einem deutschlandweit festgelegten Verfahren durchgeführt. Grundlage waren unter anderem aktuelle Befragungen und Zählungen zur Nutzung von Bus und Bahn (z. B. aus dem VRN), Bevölkerungsentwicklungsdaten des Statistischen Landesamts sowie Annahmen zur künftigen sonstigem öffentlichen Nahverkehr sowie zu Ausbaumaßnahmen im MIV (Straßenverkehr).

Noch nicht Teil dieser Phase waren: konkrete Trassenverläufe, genaue Haltestellenstandorte, detaillierte Bauplanungen. Diese werden erst in den nächsten Schritten – und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern – erarbeitet.

Im Kern ging es darum, folgende Punkte abzuschätzen: Welche Ortsteile werden durch die Pfalztram besser angebunden? Wie stark würden Bus und Bahn künftig genutzt? Wie viele Autofahrten könnten dadurch eingespart werden und welche positiven Wirkungen ergeben sich zum Beispiel für Klima, Verkehrssicherheit und Reisezeiten.

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die Pfalztram bringt für die Region einen hohen Nutzen.

  • Viele Fahrten könnten direkt und ohne Umsteigen erfolgen – das spart Zeit und macht den ÖPNV attraktiver.
  • Das führt zu weniger Verkehr, weniger Unfällen und geringeren CO₂‑Emissionen.
  • Besonders hoch ist der Nutzen im Ludwigshafener Norden.

Für das Gesamtprojekt im Nord‑Süd‑Korridor ergibt sich ein Nutzen‑Kosten‑Quotient von rund 1,5. Auch für den Ost-West-Korridor stellt die indikative Nutzen-Kosten-Untersuchung eine hohe Nachfrage in Aussicht – hier liegt der Nutzen‑Kosten‑Quotient deutlich über 1. Damit liegt der Nutzen klar über den Kosten – die entscheidende Schwelle ist überschritten. Das Ergebnis bedeutet: Die Pfalztram ist aus heutiger Sicht sinnig, wirtschaftlich vertretbar und zukunftsfähig. Deshalb darf und soll das Projekt nun weiter vertieft geplant werden.

Auf Grundlage dieser positiven Einschätzung beginnt nun die Vorplanung, das heißt, es werden verschiedene Streckenvarianten untersucht, technische, ökologische und städtebauliche Fragen vertieft, und die Bürgerbeteiligung wird intensiv fortgeführt. 

Erst wenn eine Vorzugsvariante gemeinsam entwickelt ist, folgt später eine vollständige, noch genauere Nutzen-Kosten‑Untersuchung, die dann die endgültige Entscheidungsgrundlage bildet.

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Indikative Nutzen-Kosten-Untersuchung Pfalztram
(PDF, 104 KB)