ÜBER DIE

MAßNAHME

Die Pfalztram umfasst die Erweiterung des Ludwigshafener Stadtbahnnetzes in mehrere Richtungen. Grundlage sind Untersuchungen seit 2018; die Fortschreibung nach dem Verfahren der Standardisierten Bewertung 2016+ zeigt für die geprüften Korridore sehr gute und durchweg positive Ergebnisse. Die Überlegungen zu einer Erweiterung des Ludwigshafener Stadtbahnnetzes sind nicht neu. In vielen der zu erschließenden Kommunen gibt es Vorhaltetrassen für einen Stadtbahnanschluss . Aktuell werden die nächsten Planungsschritte vorbereitet, inklusive Kommunikation und Beteiligung. Das Projekt befindet sich derzeit in einem frühen Planungsstadium. Viele Elemente – etwa mögliche Streckenverläufe oder Stationen – werden in den nächsten Monaten fachlich geprüft und sind im Moment noch offen. Eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung in dieser Phase ermöglicht es, Hinweise aus der Bevölkerung und aus den Kommunen früh in die Planung einzubinden.

Neue Linienäste erweitern das bestehende Netz

Das Ludwigshafener Stadtbahnnetz soll auf wichtigen Verkehrsachsen um rund 25 Kilometer erweitert werden. Geplant sind Linienäste in Richtung Pfingstweide, Waldsee und Dannstadt-Schauernheim.

  • Nord-Süd-Achse: Von -Pfingstweide und Edigheim über die schon bestehenden Stadtbahnstrecken Oppau – Innenstadt – Rheingönheim und von dort weiter über Neuhofen bis Waldsee

sowie

  • Ost-West-Achse: Von der Ludwigshafener Innenstadt über die Gartenstadt und Maudach nach Mutterstadt und von dort weiter bis nach Dannstadt-Schauernheim
Karte mit geplantem Streckennetz

Der Betrieb ist auf hohe Nachfrage und gute Anschlüsse ausgelegt. Für die neuen Linienäste sind Taktkonzepte vorgesehen, die auf Bestandsabschnitten verdichten und auf neuen Abschnitten einen stabilen Grundtakt anbieten. Auf Bestandsabschnitten ist teilweise ein 10‑Minuten‑Takt und auf den neuen Abschnitten ein 20‑Minuten‑Takt angedacht. Zudem sind abschnittsweise Express-Fahrten vorgesehen.

Ein großer Teil der Strecken kann auf eigenem Bahnkörper geführt werden. Die geplanten neuen Streckenabschnitte sollen überwiegend – wo möglich – auf besonderem Bahnkörper verlaufen. In Ortschaften sind punktuell straßenbündige Abschnitte zur Erschließung vorgesehen. Fragen zur Einbindung in den Straßenraum werden in der Vorplanung je Abschnitt konkretisiert und im Rahmen der Bürgerbeteiligung auch mit den Menschen vor Ort besprochen.

Straßenbahn auf Schienen

Planung läuft Schritt für Schritt – mit Transparenz und Beteiligung

Große Infrastrukturprojekte wie die Pfalztram werden schrittweise geplant und entwickelt. In der aktuellen frühen Planungsphase (Grundlagenermittlung und Vorplanung ) werden unterschiedliche Trassen‑ und Umsetzungsmöglichkeiten geprüft und miteinander verglichen. Ziel ist es, belastbare Grundlagen zu schaffen, um Wirkungen, Chancen und mögliche Auswirkungen der verschiedenen Varianten nachvollziehbar bewerten zu können.

Dabei fließen unter anderem verkehrliche Anforderungen, technische Machbarkeit, Umweltaspekte, Kostenrahmen sowie die Einbindung in bestehende Orts‑ und Verkehrsstrukturen ein. Über verschiedene Beteiligungsangebote, wie beispielsweise Veranstaltungen vor Ort, eine Online-Beteiligung, ein Forum bestehend aus zufällig ausgewählten Bürgern sowie lokalen Akteuren und mehr, werden die Belange der Bürger in den Planungsprozess integriert. Erst auf dieser Basis können fundierte Entscheidungen vorbereitet werden. Mit zunehmender Planungstiefe werden die Inhalte konkreter und bilden die Grundlage für die weitere Beteiligung der Öffentlichkeit und politische Beratung.

Kosten und Nutzen werden nachvollziehbar bewertet

Eine im seit 2018 durchgeführte Machbarkeitsstudie schafft die fachliche Grundlage für die aktuell anstehenden Schritte. Die Machbarkeitsstudie (Stand : XX.XX.2025) untersuchte unter anderem, wie viele Menschen die Pfalztram künftig nutzen könnten, welche Auswirkungen sie auf den Verkehr haben kann, welche Streckenführungen grundsätzlich möglich sind und wie gut einzelne Orte angebunden werden. Außerdem werden Kosten und Nutzen des Projekts überschlägig abgeschätzt sowie mögliche Folgen für Umwelt, Klima und die städtebauliche Entwicklung entlang der Strecke betrachtet.

Die Kosten‑Nutzen‑Bewertung wurde auf Grundlage des sogenannten Standardisierten Bewertungsverfahrens 2016+ durchgeführt. Dieses bundesweit einheitliche Verfahren prüft die Wirtschaftlichkeit von ÖPNV‑Projekten, indem es untersucht, ob der Nutzen eines Projekts größer ist als seine Kosten – zum Beispiel durch Zeitersparnisse für Fahrgäste, weniger Autoverkehr, geringere Umweltbelastungen und mehr Verkehrssicherheit. Das Ergebnis wird als Nutzen‑Kosten‑Index (NKI) ausgewiesen.

Die Finanzierung stützt sich überwiegend auf Fördermittel

Der Bau der Pfalztram wird überwiegend mit öffentlichen Fördermitteln finanziert. Den größten Anteil der Investitionskosten trägt der Bund über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG). In der Regel werden dabei rund 75 Prozent der Kosten gefördert. Für einzelne Abschnitte, die als Reaktivierung einer früheren Strecke gelten, kann der Förderanteil sogar bis zu 90 Prozent betragen. Die Kostenanteile, die nicht durch Förderungen gedeckt sind, würden später anteilig von den beteiligten Kommunen getragen.

Die laufende Grundlagenermittlung und Vorplanung (HOAI-Leistungsphasen 1 und 2) wird vollständig aus Landesmitteln finanziert. Der Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd stellt dafür 3 Millionen Euro zur Verfügung. Für die Kommunen entstehen in dieser Phase keine Kosten.