FAQ

Unsere Antworten auf Ihre Fragen

Der Bau von größeren Infrastrukturprojekten betrifft viele Menschen und wirft zahlreiche Fragen auf. Deshalb beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um die Pfalztram hier.

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Warum brauchen wir die Pfalztram?

Die Vorderpfalz ist als Wachstumsregion besonders betroffen von einer Zunahme des Autoverkehrs und den damit verbundenen Umwelt- und Verkehrsbelastungen. Eine Entlastung gelingt nur, wenn wir aktiv den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ausbauen und damit attraktiver machen.

Um den Menschen eine staufreie Alternative zu bieten, setzen die Projektpartner (Ministerium für Klimaschutz Rheinland-Pfalz, Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Süd, Verkehrsverbund Rhein-Neckar, Rhein-Neckar-Verkehr GmbH) gemeinsam mit dem Rhein-Pfalz-Kreis und den beteiligten Kommunen auf die Planung einer Stadtbahn als leistungsfähiges Verkehrsmittel.

Mit dem Ausbau des Stadtbahnnetzes werden ca. XXX Einwohner*innen der Gemeinden Waldsee, Neuhofen, Dannstadt-Schauernheim und Mutterstadt sowie die Ludwigshafener Stadteile Maudach, Gartenstadt, Edigheim und Pfingstweide neu an das Stadtbahnnetz angeschlossen.

Prognosen für die Fahrgastentwicklung zeigen, welches Potenzial die Pfalztram hat und dass sich künftig deutlich mehr Menschen für den ÖPNV entscheiden werden: Auf der Verbindung Ludwigshafen–Pfingstweide–Waldsee werden nach den Berechnungen täglich rund 5.200 zusätzliche Fahrgäste im ÖPNV erwartet. Gleichzeitig könnten dort etwa 4.200 Autofahrten pro Tag entfallen. Für die Strecke Ludwigshafen–Dannstadt fallen die Prognosen noch höher aus: Hier rechnen die Gutachter mit rund 7.500 neuen ÖPNV‑Nutzenden und etwa 6.000 weniger Autofahrten täglich. Damit ermöglicht die Pfalztram als eine leistungsfähige Stadtbahn deutlich größere Kapazitäten und stabilere Fahrgastzuwächse als der bestehende Busverkehr.

Durch die neuen Anbindungen verbessert sich das Angebot des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) aber nicht nur entlang der Trasse, sondern in Ludwigshafen und der Vorderpfalz insgesamt. Es gibt mit der Pfalztram mehr Direktverbindungen – schneller, komfortabler und mit weniger Umstiegen. Ein optimal abgestimmtes Busnetz ergänzt die Stadtbahn und ermöglicht sehr gute Verbindungen überall dorthin, wo die Pfalztram nicht fährt.

Damit wird die Nutzung des ÖPNV deutlich attraktiver, weniger Menschen müssen Auto fahren. Und das ÖPNV-Netz wird insgesamt leistungsfähiger.

Bislang ist der Busverkehr das Rückgrat des ÖPNV auf vielen vorderpfälzischen Verkehrsachsen. Allerdings sind die Busse auf vielen Abschnitten und insbesondere in den Hauptverkehrszeiten bereits stark ausgelastet und stehen wie die Autos häufig im Stau. Zusätzliche Fahrgäste für den ÖPNV lassen sich mit dem Platzangebot des heutigen Busverkehrs daher kaum gewinnen.

Stadtbahnen sind unter Umsetzung einer konsequenten ÖPNV-Bevorrrechtigung pünktlicher unterwegs, stehen seltener im Stau und bieten mehr Platz als Busse – deshalb sind sie als deutlich leistungsfähiger. Sie fahren nach Möglichkeit auf eigenen Trassen , halten ihre Fahrpläne zuverlässiger ein und sind häufig weniger abhängig vom übrigen Verkehr. Gleichzeitig können Stadtbahnen wesentlich mehr Fahrgäste aufnehmen als Busse. Zudem gibt es großzügige Flächen für Kinderwagen, Rollstühle, Rollatoren oder Fahrräder Das macht das Mitfahren für viele Menschen einfacher und komfortabler.

Unsere Stadtbahnen fahren mit 100 Prozent Ökostrom bei möglichst geringem CO2-Ausstoß. So verbinden sie hohe Leistungsfähigkeit mit Klimaschutz und leisten so einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität in der Region.

Die bisherigen Erfahrungen bei der Netzerweiterung im rnv-Gebiet haben gezeigt, dass sich entlang der Neubaustrecken positive Effekte auf die Siedlungsentwicklung ergeben, sich die Bevölkerungsentwicklung positiv verhält und in den Stadtteilen eine höhere Lebensqualität erzielt wurde.

Was man an einer Station oder zu einer bestimmten Tageszeit sieht, sind heutige Momentaufnahmen, die nicht den künftigen Gesamtbedarf eines attraktiven Stadtbahnangebots abbilden. Auch wenn Busse auf einzelnen Abschnitten oder zu bestimmten Zeiten leer wirken, zeigen die verkehrlichen Analysen ein deutlich anderes Gesamtbild: Die Pfalztram kann in der Region wesentlich mehr Menschen erreichen und dauerhaft deutlich mehr Fahrten vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr verlagern, s. Ergebnisse der Kosten-Nutzen-Analyse.

Das Infrastrukturprojekt Pfalztram ist mit drei Linienästen und ca. 25km Streckennetz ähnlich groß wie vergleichbare Neuprojekte im Raum Aachen oder Erlangen. Eine Realisierung kann daher nur abschnittsweise erfolgen, nachdem die umfassenden Planungen sowie die Beteiligungs- und Genehmigungsverfahren abgeschlossen sind.

Generell ist ein Stadtbahnprojekt langfristig angelegt und berücksichtigt dabei auch umfassende städtebauliche Verbesserungen im unmittelbaren Umfeld der Trasse wie die Neugestaltung des tangierten Straßenraums auf den innerörtlichen Abschnitten im Zuge des Baus.

Mit dem Beginn der Vorplanung wird angestrebt, die Pfalztram innerhalb eines 10-Jahreszeitraums, also bis zum Jahr 2037, in Betrieb zu nehmen.

Die Inbetriebnahme der Pfalztram wird derzeit bis zum Jahr 203 7 angestrebt. Der Bau der neuen Strecke mit insgesamt rund 25 Kilometern Trassenlänge kann dabei abschnittsweise erfolgen.

Wie lange die Bauarbeiten an den jeweiligen Abschnitten konkret dauern werden, lässt sich heute noch nicht sagen. Der Grund dafür ist, dass sich das Projekt noch in einer frühen Phase befindet. Bevor feste Zeitpläne erstellt werden können, müssen zunächst verschiedene Varianten geprüft, die endgültige Trasse festgelegt und die detaillierten Planungen ausgearbeitet werden. . Erst wenn diese Schritte abgeschlossen sind, kann genau bestimmt werden, wann und wie lange an welchen Streckenabschnitten gebaut wird. Ziel ist es dabei, die Bauphasen möglichst gut zu koordinieren und die Auswirkungen für Anwohnerinnen, Anwohner und den Verkehr so gering wie möglich zu halten.

Fragen zum Verkehrskonzept

Zukünftig wird der Busverkehr das Streckennetz der Pfalztram sinnvoll ergänzen. Während die Stadtbahn auf den Hauptachsen für attraktive Verbindungen zwischen den Kommunen und der Stadt Ludwigshafen sorgen wird, übernimmt der Busverkehr neue Funktionen bei der (Fein-) Erschließung der Wohngebiete ohne Schienenanschluss. Insgesamt soll ein umfassendes ÖPNV-Angebot „aus einem Guss“ und eine Verbesserung gegenüber dem heutigen Status-Quo entstehen. Gemeinsam mit dem Rhein-Pfalz-Kreis und der Stadt Ludwigshafen als Aufgabenträger für den Busverkehr soll im Rahmen eines begleitenden Buskonzepts die Erschließung und Bedienungsqualität nachhaltig gestärkt werden. Die Konzeption mit den künftigen Buslinienführungen wird rechtzeitig zur Diskussion vorgestellt.

Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr häufig dazu führt, dass viele Menschen vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen. Das kann den Verkehr in Wohngebieten verringern und für eine ruhigere Umgebung sorgen. Hinzu kommt, dass Stadtbahnen von Anwohnerinnen und Anwohnern selbst bei vergleichbarem Geräuschpegel, als deutlich weniger störend empfunden werden als Autoverkehr. Aufgrund der höheren Kapazität mindert sich auch die Anzahl an vorbeifahrenden Fahrzeugen für Anwohnende. Quelle: Umweltbundesamt (UBA), Forschungsprojekt „Minderung des Lärms von Straßenbahnen im urbanen Raum“.

Im Zuge einer Machbarkeitsstudie wurde eine mögliche Weiterführung des südlichen Linienasts bis Speyer betrachtet. Die Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass eine Stadtbahnverlängerung über Waldsee hinaus derzeit nicht wirtschaftlich darstellbar ist, weil bei einer solchen Trassenführung lange Überlandabschnitte zwischen den Orten ohne Wohnbevölkerung und anderen Zielen von Interesse berührt wären . Aus diesem Grund werden die Planungen für eine Verlängerung nach Speyer aktuell nicht weiterverfolgt. Sollte sich die Bevölkerungsentwicklung an einer möglichen weiterführenden Trasse nach Speyer zu Gunsten einer Stadtbahnverlängerung verändern oder sich die Fördergrundlagen weiter verbessern, ist eine perspektivische nochmalige Prüfung nicht ausgeschlossen.

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